Baustelle einer modernen Wohnanlage in München mit Rohbauten und Baukränen bei Sonnenuntergang

Obwohl im ersten Halbjahr 2026 mehr Wohnungen genehmigt wurden, werden immer weniger gebaut. So rechnet das ifo Institut für 2026 mit nur noch 185.000 fertiggestellten Wohnungen in Deutschland. Das wären rund 22.000 weniger als im Vorjahr. 2011 waren es 183.110 Wohnungen. Damit würde es in diesem Jahr so wenig gebaute Wohnungen geben, wie seit 15 Jahren nicht mehr. Eine deutliche Erholung ist vorerst nicht in Sicht.

Bereits 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nur rund 207.000 Wohnungen fertiggestellt. Damit fiel die Zahl auf den niedrigsten Stand seit 2012. Für 2026 erwartet das ifo Institut einen weiteren Rückgang.

Baukosten und lange Planungszeiten bremsen den Neubau

Nach Einschätzung des ifo Instituts hatten sich die Aussichten für den Wohnungsbau bis Anfang 2026 zunächst etwas verbessert. Der Irankrieg und die erneut anziehende Bauinflation erschweren die Situation für Projektentwickler und private Bauherren jedoch wieder.

Hinzu kommen deutlich längere Planungs- und Bauzeiten. Zwischen der Erteilung einer Baugenehmigung und der Fertigstellung vergehen inzwischen durchschnittlich 27 Monate. Seit Beginn des Jahrzehnts hat sich dieser Zeitraum damit um etwa ein halbes Jahr verlängert.

Gerade für Großstädte ist die Entwicklung problematisch. Experten gehen davon aus, dass deutschlandweit rund 1,4 Mio. Wohnungen fehlen. In vielen großen Städten ist die Lage besonders angespannt.

Leichte Erholung erst ab 2027 erwartet

Eine Trendwende zeichnet sich kurzfristig nicht ab. Erst 2027 erwartet das ifo Institut einen leichten Anstieg auf 195.000 fertiggestellte Wohnungen. Für 2028 werden rund 210.000 neue Wohnungen prognostiziert. Damit würde die Zahl der Fertigstellungen das Niveau von 2025 zwar leicht übertreffen, aber weiterhin deutlich unter dem Stand von 2024 liegen.

Die Bundesregierung will den Wohnungsbau unter anderem mit dem sogenannten „Bauturbo“ beschleunigen. Kommunen sollen dadurch schneller nachverdichten und Gebäude einfacher aufstocken, erweitern oder umnutzen können. Zusätzlich sind weitere Mittel für den sozialen Wohnungsbau und vereinfachte Baustandards vorgesehen.

Deutschland bleibt hinter der europäischen Entwicklung zurück

Für Europa insgesamt erwarten die Experten der Forschergruppe Euroconstruct eine moderat positivere Entwicklung. Bis 2028 soll die Zahl der fertiggestellten Wohnungen auf rund 1,57 Mio. Einheiten steigen. Besonders in Spanien, Frankreich und Großbritannien dürften künftig mehr Wohnungen entstehen. Für Deutschland und Italien wird dagegen nur mit einer leichten Zunahme gerechnet.

Auch die europäische Bauwirtschaft insgesamt soll zwischen 2026 und 2028 jährlich um rund 2 % wachsen. Der Wohnungsbau dürfte nach mehreren Jahren mit rückläufiger Entwicklung wieder zum Wachstum beitragen.

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