WEG-Reform: Prüfung zum zertifizierten Verwalter erhöht Professionalisierung in der Branche

Die noch von der Großen Koalition im Rahmen der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes geplante Rechtsverordnung über die Zertifizierung von WEG-Verwaltern wurde jetzt vom Bundesrat gebilligt. Damit kann jeder Wohnungseigentümer ab dem 1. Dezember 2022 die Bestellung eines zertifizierten WEG-Verwalters verlangen. „Eigentümer haben in Zukunft Anspruch auf einen zertifizierten Verwalter, der die notwendigen rechtlichen und technischen Kenntnisse mitbringt. Wir erwarten dadurch eine Qualitätssteigerung der Wohneigentumsverwaltung sowie eine Professionalisierung der Branche, die unqualifizierte Verwalter oder gar schwarze Schafe aus dem Markt drängen wird“, erklärt Markus Jugan, Vizepräsident des Immobilienverbands Deutschland IVD und Vorsitzender des IVD-Bundesausschusses Verwalter.

Nach der Rechtsverordnung darf sich ab dem 1. Dezember 2022 nur derjenige als zertifizierter Verwalter bezeichnen, der vor einer Industrie- und Handelskammer eine Prüfung abgelegt hat, die den Nachweis erbringt, dass der Verwalter über die für die Tätigkeit als WEG-Verwalter notwendigen rechtlichen, kaufmännischen und technischen Kenntnisse verfügt. Die Prüfung muss durch einen speziell gebildeten IHK-Prüfungsausschuss vorgenommen werden. Die Neuregelungen sehen zudem vor, dass bestimmte bereits erworbene Qualifikationen einer Zertifizierung gleichgestellt werden. So sollen bestimmte Personengruppen von der Prüfungspflicht befreit sein; darunter Absolventen einer Berufsausbildung zur Immobilienkauffrau bzw. zum Immobilienkaufmann oder geprüfte Immobilienfachwirte, die einen anerkannten Abschluss erlangt haben. Eine Vielzahl der aktiv tätigen Immobilienverwalter verfügt neben den regelmäßigen Fortbildungen über ebendiese Ausbildung.

Die neue Ampel-Regierung hat sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Einführung eines Sachkundenachweises auch für WEG-Verwalter verständigt. „Kommt ein Sachkundenachweis als echte Berufszulassungsregelung, ist die neue Zertifizierung des WEG-Verwalters eigentlich obsolet, zumal beides auf Prüfungen vor der IHK basiert“, sagt Jugan. Die vormalige Regierungskoalition hatte den Sachkundenachweis für diese Berufsgruppe zwar beraten, sich letztlich aber nur zu Versicherungspflicht, Weiterbildungsverpflichtung und WEG-Verwalter-Zertifizierung außerhalb der Gewerbeordnung durchringen können, weil die Wirtschaftspolitiker der Union gegen einen echten Sachkundenachweis waren. „Wenn nun der politische Wille für einen echten Sachkundenachweis vorhanden ist, braucht es die WEG-Zertifizierung als damalige Notlösung nicht mehr. Es wäre daher gut, wenn der Gesetzgeber schnell den Sachkundenachweis einführt und die Regelungen im WEG aufhebt“, resümiert Jugan.

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