Goldene Häuser mit Paragraphenzeichen als Symbol für Immobilienrecht

Mietrechtsreform: Gesetzentwurf von Stefanie Hubig und Forderungen aus München

Stefanie Hubig (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz, präsentiert einen neuen Gesetzentwurf zum Mietrecht.

Das sieht der Gesetzentwurf vor

Möbliertes Wohnen
In angespannten Wohnungsmärkten sollen Vermieter den Zuschlag für Möbel künftig gesondert ausweisen müssen (neu abgeschlossene Mietverträge). Wird der Möblierungszuschlag nicht separat ausgewiesen, soll die Wohnung rechtlich als unmöbliert gelten. In diesem Fall müssen Mieter nur die Miete zahlen, die für eine unmöblierte Wohnung zulässig ist. Für vollständig möblierte Wohnungen soll eine Pauschale von 5 % der Nettokaltmiete angesetzt werden können. Die Vermietung von möbliertem Wohnraum soll weiterhin zulässig bleiben.

Kurzzeitmietverträge
Für Kurzzeitmietverträge soll eine gesetzliche Höchstgrenze von 6 Monaten eingeführt werden. Zusätzlich soll gesetzlich festgeschrieben werden, dass auf Mieterseite ein besonderer Anlass für die kurzzeitige Anmietung bestehen muss. Diese Voraussetzung gilt bislang bereits, ist jedoch nicht ausdrücklich im Gesetz geregelt.

Indexmieten
In angespannten Wohnungsmärkten sollen Erhöhungen bei Indexmieten auf 3,5 % pro Jahr begrenzt werden (auch bei bestehenden Mietverträgen). Damit soll verhindert werden, dass Mieter bei stark steigenden Verbraucherpreisen mit hohen Mietsteigerungen belastet werden.

Schonfristzahlung
Mietern, denen wegen Mietrückständen gekündigt wurde, soll künftig die Möglichkeit eingeräumt werden, eine ordentliche Kündigung einmalig unwirksam zu machen. Voraussetzung ist, dass die ausstehenden Mietbeträge vollständig nachgezahlt werden.

Kleinmodernisierungen
Die Wertgrenze für Modernisierungsmieterhöhungen im vereinfachten Verfahren soll angehoben werden von 10.000 € auf 20.000 € angehoben werden.

Der Gesetzentwurf ist Teil eines Maßnahmenpakets zum Mietrecht. Er wird innerhalb der Bundesregierung abgestimmt.

Brief an den Bundeskanzler

In diesem Zusammenhang fordert Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) im Namen der Landeshauptstadt München weitere Verschärfungen im Mietrecht auf Bundesebene. Dazu hat er nach eigenen Angaben ein Schreiben an Bundeskanzler Friedrich Merz gerichtet, in dem er zehn konkrete Forderungen formuliert:

  1. Absenkung der Kappungsgrenze
    maximal 10 % innerhalb von drei Jahren
  2. Stopp der Preisspirale bei Indexmieten
    Indexmietverträge in Ballungsräumen verbieten, mindestens aber eine Begrenzung auf maximal 10 % über der ortsüblichen Vergleichsmiete während der gesamten Laufzeit
  3. Reform des Mietspiegels
    Gefordert wird das Einbeziehen aller Bestandsmieten inklusive gefördertem Wohnraum. Unzulässig überhöhte Mieten sollen ausgeschlossen werden.
  4. Nachschärfen der Mietpreisbremse
    Schlupflöcher in der Mietpreisbremse, die eine wirksame Regulierung verhindern, schließen. Die Ausnahme für Neubau-Vermietung soll sich nur auf „echten“ Neubau beziehen. Die Ausnahmeregelung für Kurzzeitvermietungen streichen.
  5. Möblierte Wohnungen
    Gefordert wird eine Pflicht zur Ausweisung des Möblierungszuschlags. Der Umfang des Zuschlags soll gesetzlich verbindlich geregelt werden.
  6. Begrenzung der Modernisierungsmieterhöhungen
    Gefordert wird eine zeitliche Begrenzung der Modernisierungsumlage. Haben sich die aufgewendeten durch die Umlage amortisiert, muss die Umlage wieder entfallen.
  7. Kommunales Vorkaufsrecht
    Die Ausübung von Vorkaufsrechten ist aktuell nur für sogenannte „Schrottimmobilien“ in Erhaltungssatzungsgebieten möglich. Gefordert wird die Wiederherstellung des Vorkaufsrechts in Erhaltungssatzungsgebieten, inklusive des Rechts, Abwendungserklärungen zu verlangen sowie der Möglichkeit, das Vorkaufsrecht auf das gesamte Stadtgebiet auszuweiten.
  8. Erlass von Erhaltungssatzungen
    Gefordert wird die Senkung rechtlicher Hürden zur Schaffung von Erhaltungssatzungsgebieten sowie eine rechtssichere Stärkung und Ergänzung hin zu einem Milieuschutz, unabhängig von städtebaulichen Kriterien.
  9. Mieterschutz
    Gefordert wird eine Reform des § 5 Wirtschaftsstrafgesetz (WiStG)
  10. Steuerliche Belohnung für faire Mieten und Gemeinwohlorientierung
    Gefordert wird Steuerfreiheit für Gemeinwohl-Mieten, wenn die verlangte Miete dauerhaft mindestens 15 % unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegt.

Lesen Sie hier, wie sich die Parteien im Vorfeld der Kommunalwahl in München zum Wohnungsthema positionieren und wie Thomas Aigner die Vorschläge einschätzt.

Newsroom

Weitere News

Brauner Gerichtshammer aus Holz mit Gold und Ansicht einer goldenen Waagschale

BGH-Urteil: Keine Maklerprovision für Hausverwalter

Ein Hausverwalter darf für die Vermittlung von Mietverträgen über Wohnungen aus dem verwalteten Bestand keine Maklerprovision verlangen. Das hat der BGH entschieden.
Symbolbild Gesetz Novelle Häuser mit einem Paragrafen, Häusern und Gerichtshammer aus Holz

BGH: Vermieter müssen nicht automatisch Vergleichsangebote einholen

BGH stärkt Vermieter: Kein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot allein wegen fehlender Vergleichsangebote.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Umwandlungsgebot statt Umwandlungsverbot tut gut!

,
Thomas Aigner über das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“
Baustelle einer modernen Wohnanlage in München mit Rohbauten und Baukränen bei Sonnenuntergang

Bauland in München: Erfreuliche Entwicklung aber kein Gamechanger für den Neubau

,
Bauland bleibt in München knapp: 2025 wurden nur 6 Hektar für Geschosswohnungsbau umgesetzt, deutlich weniger als im langjährigen Mittel.
Luftaufnahme der Isar mit grünen Uferanlagen und Wohngebäuden in München nahe der Altstadt und beliebten Wohnlagen an der Isar

Die Zinsen spalten den Wohnungsmarkt

, ,
Der Eigentumswohnungsmarkt in München hat zu Beginn des Jahres spürbar angezogen. Doch der Wohnungsmarkt ist gespalten.
Baustelle Baubranche München Stadt Kräne

Baugenehmigungen steigen – Branche bleibt pessimistisch

,
In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind die Baugenehmigungen in Deutschland gestiegen.
Symbolbild: Haus mit Skala Energieausweis

Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll „Heizungsgesetz“ ablösen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024, auch „Heizungsgesetz“ genannt, soll novelliert werden.
Außenansicht moderner Mehrfamilienhäuser in München bei Sonnenschein, weiße Fassaden, zahlreiche Fenster und Bäume im Vordergrund

Aigner Immobilien vermittelt Mehrfamilienhaus in München Berg am Laim

, ,
Aigner Immobilien hat ein Mehrfamilienhaus im Münchner Stadtteil Berg am Laim erfolgreich vermittelt.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Die Rückkehr der DDR? Wie Ignoranz in der Wohnungsbaupolitik Kapital vertreibt und Planwirtschaft fördert

,
Aigner Immobilien Geschäftsführer Thomas Aigner zeigt, warum politische Eingriffe Kapital vertreiben und den Wohnungsmarkt weiter belasten.
Fassadensicht eines gelben Mehrfamilienhauses mit mehreren Fenstern und einem modernen Eingangsbereich

Investment-Deal in München-Au: Aigner Immobilien vermittelt Wohn- und Geschäftshaus mit 14 Einheiten

, ,
Aigner Immobilien hat in der Münchner Au ein Wohn- und Geschäftshaus mit 14 Einheiten erfolgreich vermittelt.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

„Mietrecht II“: ein Gesetz gegen den Neubau und das private Eigentum

,
Mit schlafwandlerischer Sicherheit folgt die aktuelle Mietrechtsreform einer ideologischen Agenda. Ein Statement von Thomas Aigner.
Mehrfamilienhaus Marktbericht München 26/27

Aigner Immobilien Research bringt neuen Marktbericht für Wohn- und Geschäftshäuser heraus

,
Aigner Immobilien Research veröffentlicht den aktuellen Marktbericht für Wohn- und Geschäftshäuser 26/27 in München.
Hände eines Mannes, die einen Versicherungsvertrag unterschreiben, daneben ein graues Miniaturhaus auf dem Tisch

Verschärfung des Mietrechts: Gesetzentwurf zur Mietrechtsreform

Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Mietrechts beschlossen. Die zentralen Punkte im Überblick.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Die politische Lebenslüge von Dieter Reiter und der neue Populismus

,
Thomas Aigner über die Bilanz des scheidenden und die Pläne des neuen Oberbürgermeisters von München.
Thomas Aigner und Jenny Steinbeiß, Geschäftsführung - Aigner Immobilien - Immobilienmakler München

Rückblick auf die Exklusivveranstaltung „Immobilien-Dialog“ von Aigner Immobilien und dem Wealth Management der BW-Bank München

Rückblick auf die Exklusivveranstaltung „Immobilien-Dialog“ von Aigner Immobilien und dem Wealth Management der BW-Bank München.

Newsroom

Startseite » Mietrechtsreform: Gesetzentwurf von Stefanie Hubig und Forderungen aus München© 2026 - Aigner Immobilien
5.0 Sterne - basierend auf 610 Bewertungen
Geben Sie die E-Mail Adresse an, welche Sie bei Ihrer Registrierung verwendet haben.
Sie erhalten in kürze eine E-Mail mit einem einmaligen Login link.
Kundenkonto
Sie sind momenten nicht in Ihrem Kundenkonto angemeldet.
Registrieren

Oops! Wir konnten dein Formular nicht lokalisieren.