Warum steigen die Mieten unaufhörlich?

Warum steigen die Mieten unaufhörlich?

Der Mietpreisboom in Deutschland ist seit Monaten in vollem Gange. Mittlerweile erleben nicht nur Großstädte wie München einen beachtlichen Anstieg. Auch kleinere Städte und Nicht-Metropolen sind betroffen. Ob Potsdam, Siegen oder Mühlheim – überall zeigt sich das gleiche Bild: Die Mieten sind in den letzten Monaten des Jahres stark gestiegen.

Fatal: Es handelt sich hier eben nicht um die schicke Luxus-Neubauwohnung, sondern vor allem auch um Bestandsimmobilien, die oft noch nicht einmal saniert sind. Doch wie kann das sein? Immerhin sind genau diese ja von gestiegenen Baukosten und hohen Zinsen zuerst einmal nicht betroffen. Die Gründe dafür sind vielfältig und Experten sprechen derzeit von vier Faktoren, die für den sprunghaften Anstieg der Kaltmieten verantwortlich sind:

1. Grund: Neubau-Mangel

Der Wohnungsbau in Deutschland wurde durch hohe Baukosten, gestiegene Zinsen und Inflation stark ausgebremst. Entsprechend ging die Zahl der Baugenehmigungen massiv zurück, und die vielen nicht gebauten oder gar nicht erst genehmigten Wohnungen fehlen jetzt schmerzlich. Von den 400.000 neuen Wohnungen, die die Bundesregierung jedes Jahr errichten wollte, sind wir derzeit weit entfernt. 

2. Grund: Rekord-Zuzug

Durch den enorm hohen Bevölkerungszuzug ist der Bedarf an Wohnraum gestiegen – und steigt weiterhin. Allein im Jahr 2022 ist Deutschlands Bevölkerung um etwa 1,5 Millionen Menschen angewachsen. Im Jahr davor lag die Zahl bei lediglich 329.000. Laut Statistischem Bundesamt gab es damit 2022 die höchste bisher registrierte Nettozuwanderung innerhalb eines Berichtsjahres seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 1950. Ein Großteil der Zuwanderung fand von März bis Mai 2022 aus der Ukraine statt. Aber auch bei den Zuwanderungen aus Syrien, Afghanistan und der Türkei sind deutliche Anstiege gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Bis zum Jahr 2030 soll die Zahl der Einwohner laut Hochrechnungen von Deutsche Bank Research von aktuell ca. 84 Millionen auf ca. 86 Millionen gestiegen sein.

3. Grund: Sanierungspflicht

Aufgrund strengerer Sanierungsauflagen im Zuge der Klimaneutralität müssen immer mehr Eigentümer tiefer in die Tasche greifen. Viele Eigentümer setzen darüber hinaus auch ganz bewusst auf das Thema Sanierung: Sie möchten ihre Immobilie jetzt fit für die Zukunft machen und investieren mit entsprechenden Maßnahmen in eine zukünftige Wertsteigerung. Sanierungskosten werden dann entsprechend, wo es möglich ist, auf Mieter umgelegt.

4. Grund: Neue Mietspiegel

Allein in München stellt der Mietspiegel von 2023 die höchste Steigerung in dessen Geschichte dar: Hier müssen Bewohner im Durchschnitt 21 Prozent mehr bezahlen als noch vor zwei Jahren. Das Problem: Aktuell dürfen in die Erhebung nur Mietverträge einfließen, die in den vergangenen sechs Jahren abgeschlossen wurden. Dies betrifft den Zeitraum, in dem die Mieten schon stark angestiegen sind. Ältere Verträge und geförderte Wohnungen dürfen nicht aufgenommen werden.

Wie sich diese Entwicklungen für eine Gesellschaft mit ca. 21 Millionen Mieterhaushalten in Zukunft auswirken werden, bleibt abzuwarten. Experten befürchten einen noch stärkeren Konkurrenzkampf um den letzten bezahlbaren Wohnraum und eine Vertiefung der Gräben zwischen sozialen Schichten. Die „Mittelschicht der Mieter“, die über zu viel Einkommen verfügt für geförderten Wohnraum und über zu wenig für die teure Neumiete, wird bei dieser Entwicklung wohl auf der Strecke bleiben.

Newsroom

Weitere News

Brauner Gerichtshammer aus Holz mit Gold und Ansicht einer goldenen Waagschale

BGH-Urteil: Keine Maklerprovision für Hausverwalter

Ein Hausverwalter darf für die Vermittlung von Mietverträgen über Wohnungen aus dem verwalteten Bestand keine Maklerprovision verlangen. Das hat der BGH entschieden.
Symbolbild Gesetz Novelle Häuser mit einem Paragrafen, Häusern und Gerichtshammer aus Holz

BGH: Vermieter müssen nicht automatisch Vergleichsangebote einholen

BGH stärkt Vermieter: Kein Verstoß gegen das Wirtschaftlichkeitsgebot allein wegen fehlender Vergleichsangebote.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Umwandlungsgebot statt Umwandlungsverbot tut gut!

,
Thomas Aigner über das neue Förderprogramm „Gewerbe zu Wohnen“
Baustelle einer modernen Wohnanlage in München mit Rohbauten und Baukränen bei Sonnenuntergang

Bauland in München: Erfreuliche Entwicklung aber kein Gamechanger für den Neubau

,
Bauland bleibt in München knapp: 2025 wurden nur 6 Hektar für Geschosswohnungsbau umgesetzt, deutlich weniger als im langjährigen Mittel.
Luftaufnahme der Isar mit grünen Uferanlagen und Wohngebäuden in München nahe der Altstadt und beliebten Wohnlagen an der Isar

Die Zinsen spalten den Wohnungsmarkt

, ,
Der Eigentumswohnungsmarkt in München hat zu Beginn des Jahres spürbar angezogen. Doch der Wohnungsmarkt ist gespalten.
Baustelle Baubranche München Stadt Kräne

Baugenehmigungen steigen – Branche bleibt pessimistisch

,
In den ersten drei Monaten dieses Jahres sind die Baugenehmigungen in Deutschland gestiegen.
Symbolbild: Haus mit Skala Energieausweis

Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) soll „Heizungsgesetz“ ablösen

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) von 2024, auch „Heizungsgesetz“ genannt, soll novelliert werden.
Außenansicht moderner Mehrfamilienhäuser in München bei Sonnenschein, weiße Fassaden, zahlreiche Fenster und Bäume im Vordergrund

Aigner Immobilien vermittelt Mehrfamilienhaus in München Berg am Laim

, ,
Aigner Immobilien hat ein Mehrfamilienhaus im Münchner Stadtteil Berg am Laim erfolgreich vermittelt.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Die Rückkehr der DDR? Wie Ignoranz in der Wohnungsbaupolitik Kapital vertreibt und Planwirtschaft fördert

,
Aigner Immobilien Geschäftsführer Thomas Aigner zeigt, warum politische Eingriffe Kapital vertreiben und den Wohnungsmarkt weiter belasten.
Fassadensicht eines gelben Mehrfamilienhauses mit mehreren Fenstern und einem modernen Eingangsbereich

Investment-Deal in München-Au: Aigner Immobilien vermittelt Wohn- und Geschäftshaus mit 14 Einheiten

, ,
Aigner Immobilien hat in der Münchner Au ein Wohn- und Geschäftshaus mit 14 Einheiten erfolgreich vermittelt.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

„Mietrecht II“: ein Gesetz gegen den Neubau und das private Eigentum

,
Mit schlafwandlerischer Sicherheit folgt die aktuelle Mietrechtsreform einer ideologischen Agenda. Ein Statement von Thomas Aigner.
Mehrfamilienhaus Marktbericht München 26/27

Aigner Immobilien Research bringt neuen Marktbericht für Wohn- und Geschäftshäuser heraus

,
Aigner Immobilien Research veröffentlicht den aktuellen Marktbericht für Wohn- und Geschäftshäuser 26/27 in München.
Hände eines Mannes, die einen Versicherungsvertrag unterschreiben, daneben ein graues Miniaturhaus auf dem Tisch

Verschärfung des Mietrechts: Gesetzentwurf zur Mietrechtsreform

Das Bundeskabinett hat am 29. April 2026 einen Gesetzentwurf zur Reform des Mietrechts beschlossen. Die zentralen Punkte im Überblick.
Thomas Aigner, Geschäftsführer der Aigner Immobilien GmbH

Die politische Lebenslüge von Dieter Reiter und der neue Populismus

,
Thomas Aigner über die Bilanz des scheidenden und die Pläne des neuen Oberbürgermeisters von München.
Thomas Aigner und Jenny Steinbeiß, Geschäftsführung - Aigner Immobilien - Immobilienmakler München

Rückblick auf die Exklusivveranstaltung „Immobilien-Dialog“ von Aigner Immobilien und dem Wealth Management der BW-Bank München

Rückblick auf die Exklusivveranstaltung „Immobilien-Dialog“ von Aigner Immobilien und dem Wealth Management der BW-Bank München.

Newsroom

Startseite » mieten steigen münchen » Warum steigen die Mieten unaufhörlich?© 2026 - Aigner Immobilien
5.0 Sterne - basierend auf 610 Bewertungen
Geben Sie die E-Mail Adresse an, welche Sie bei Ihrer Registrierung verwendet haben.
Sie erhalten in kürze eine E-Mail mit einem einmaligen Login link.
Kundenkonto
Sie sind momenten nicht in Ihrem Kundenkonto angemeldet.
Registrieren

Oops! Wir konnten dein Formular nicht lokalisieren.